Ach so feine Binnenräume

Formen folgen oft der Funktion, dem Inhalt, dem Ästhetikanspruch und vor allem dem Kundenwunsch. Manchmal auch dem typischen Repertoire oder dem Arbeitsmuster des Designers. Formen folgen aber eher selten dem Druckverfahren. Lässt sich der Gestalter jedoch auf eine „letterpressige“ Entwurfsarbeit ein, wird er im Ergebnis mit unerhört erfreulichen Druckerzeugnissen belohnt.

Zwar wiederhole ich fast schon gebetsmühlenartig den Hinweis, dass größere Flächen im Buchdruck/Letterpress kein einfaches Thema sind. Aber heute möchte ich alle graphischen Schöpfer motivieren, sich (erstmal kleinen) Flächen anzunähern und diese mit feinen Binnenformen, Punzen, oder Aussparungen zu garnieren. Gönnt man diesen nicht-druckenden Bereichen ein Quäntchen an Größe, dann entfalten sie ihren Reiz im Nu durch Erhabenheit und Kontrast zu benachbarten, druckenden Stellen. Gedruckte Form und nicht-gedruckte Gegenform bringen ein dreidimensionales Spiel ins Papier, dass nicht nur Grafikeraugen glänzen lässt.

Drei Beispiele:

(Design: Buero Bayer, Dortmund)


(aus unserer Letterjazz-Wedding-Collection)


(Agentur SteuerungB)

Ein schönes, negativ zu druckendes Lettering-Logo wäre eine Aufgabe, die auf meiner Wunschliste recht weit oben rankt. Sehr eindrucksvoll zeigen uns so etwas die US-Kollegen von Mama’s Sauce mit ihrem formidablen Geschäftskärtchen:


(Foto: Mama’s Sauce)

 

 

Mein Name ist Sven Winterstein. Ich bin Grafiker, Typograf und Drucker. Meine Prägedruck-Werkstatt heißt Letterjazz und befindet sich in Essen. Für Designer, Agenturen, Luxusmarken und Privatkunden realisiere ich außergewöhnliche Drucksachen.

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